Diablo 2: Resurrected ist da und ich habe es bereits durchgespielt, zum wievielten Male, weiß ich nicht, da ich es früher zisch Stunden spielte. Kurz und knapp: Diablo 2: Resurrected sieht richtig gut aus, hat ein paar kleine Verbesserungen und das wars. Würde ich das Spiel empfehlen: Klar, warum nicht? Man sollte nur nicht mehr als eine Aufpolierung der Grafik erwarten. Die Nostalgie verbessert alles noch einmal etwas, also wenn du es früher schon viel gespielt hast, dann solltest du zugreifen.

Die Story

Der Held aus Diablo 1 hat gegen Diablo gesiegt, doch er hat die Seele von Diablo in sich aufgenommen. Nun wandert der ehemalige Held als der Wanderer durch Sanctuario. Angefangen Tristram, wandert er nach Lut Gholein, dann nach Kurast und dann in die Hölle. Mit der integrierten Erweiterung Lord of Destruction, geht es dann auch noch nach Areat.

Die Zwischensequenzen sind auch heute noch, wirklich klasse. Mit Diablo 2: Resurrected haben diese dann sogar auch eine Auffrischung spendiert bekommen. Es sieht einfach unfassbar gut aus, vor allem wenn man das mit den alten Sequenzen vergleicht, die man sich im Hauptmenü ebenfalls ansehen kann.

Ist die Story spannend? Ich denke nicht. Sie erfüllt ihren Zweck. Am Ende geht es auch nicht wirklich um die Story, sondern um das Gameplay und den Loop.

Gameplay

Die Heldenauswahl - Diablo 2: Resurrected
Altbekannte Helden in der Auswahl und auch hier: Es sieht super aus!

Alles wie früher. Im Grunde könnte ich den Text jetzt beenden, denn mehr gibt es eigentlich nicht zu sagen. Man metzelt sich wahlweise mit Maus und Tastatur, oder eben dem Gamepad, durch Sanktuario. Dabei hauen wir immer stärkere Gegner um und sammeln im besten Fall, richtig gute Sachen auf. Das ist im Grunde der Kern von Diablo. Etwas das Diablo früher richtig gut gemacht und heute viele Spiele geprägt hat. Das funktioniert auch noch genauso gut, wie damals.

Macht das Gameplay Spaß? Ja, aber… es fehlen einfach zu viele Dinge, die heute zum Standard gehören. Ein großes Inventar, unbegrenzte Neuverteilungen von Talenten, gestapelte Gegenstände (Tränke, Diamanten usw.), unbegrenztes Gold (keine Grenze), die Möglichkeit das Geschlecht zu wechseln, Sortierfunktionen, Begleiter die Gold aufsammeln, usw.

Das Schlimmste ist, dass einige der genannten Punkte mit Gamepad verfügbar sind. Dort hat man sogar eine Fähigkeiten-Schnellleiste, in der man bis zu vier Fähigkeiten platzieren kann. Mit Maus und Tastatur haben wir im Grunde nur eine Fähigkeit. Es gibt hier den Trick, dass man mit den F-Tasten etwas herumtricksen kann. Kann ich aber überhaupt nicht nachvollziehen, warum das nicht auch für Maus und Tastatur gemacht hat. Selbst das Sortieren funktioniert mit dem Gamepad per Tastendruck. Auf dem PC schieben wir uns dumm und dämlich.

Und ja, die Truhe wurde größer. Trotzdem ist die Truhe mit einem Charakter schnell gefüllt. Startet man einen zweiten Charakter, stoßt man schon an seine Grenzen. Last Epoch hat gezeigt, dass das eigentlich kein Problem mehr sein sollte.

Grafik

Die Assassine im Lager der Jägerin. Sieht leider noch immer nicht so gut aus wie Natalya aus Akt 3. Schade.

Das Spiel sieht großartig aus. Ist sieht einfach viel besser als der geistige Nachfolger (Diablo 3) aus und es fühlt sich richtig gut an. Wenn man Tyrael in seiner vollen Pracht auf dem Bildschirm sieht, dann fällt einem die Kinnlade aus dem Gesicht, nicht nur runter.

Tyrael - Diablo 2: Resurrected
Tyreal sieht großartig aus!

Also hier gibt es nicht viel zu sagen, außer, dass hier wirklich gute Arbeit geleistet wurde. Danke dafür!

Ein kleiner Tipp: Mit der F-Taste lässt sich heranzoomen. So erkennt man unter anderem bei Tyrael wirklich schöne Details an der Rüstung. Gilt aber auch für die großen Übel und alle anderen Elemente im Spiel. Was da auf den Bildschirm gezaubert wurde, sieht wirklich gut aus.

Sound

Diablo und die Musik. Auch hier gibt es nicht viel zu sagen: Die Musik ist erste Klasse, auch wenn an der einen und anderen Stellen Sounds aus dem ersten Teil entwendet wurden. Bspw. in Höhlen und andere Dungeons. Das war aber früher schon so und gehört einfach mit dazu.

Ich finde den Sound super und sage wie die begleitende Jägerin, aus dem ersten Akt: Danke!

Mehrspieler

8 Spieler Koop - Diablo 2: Resurrected
Gemeinsam mit Freunden spielen? Das geht mit 8 Freunden gleichzeitig und es sieht verdammt gut aus!

Der Mehrspielermodus funktioniert wie früher. Zu Beginn der Veröffentlichung gab es zahlreiche Verbindungsprobleme, die Blizzard inzwischen aber behoben haben sollte. Man kann mit seinen Freunden also gemütlich durch die Lande ziehen.

Eine Rangliste gibt es zum gegenwärtigen Zeitpunkt (15.10.2021) noch nicht. Soll aber in Kürze folgen. Mal schauen wie das funktioniert und ob die Server den Ansturm standhalten. Blizzard ist in Sachen Server ja leider nicht so erfahren. Genau wie Amazon bei New World. Hehe.

Wichtig: Diablo 2: Resurrected setzt eine Verbindung mit dem Internet voraus. Man kann jedoch offline Charaktere erstellen und hier auch Mods verwenden, die es bereits in Mengen gibt.

Fazit

Diablo 2: Resurrected ist Diablo 2, nur in hübsch. Ende. Viel mehr gibt es hier nicht zu sagen. Die Dinge die früher schon nicht gut waren, sind es heute umso weniger. Einige Dinge die früher gut waren, sind heute veraltet. Was früher überhaupt nicht gut war, war die Grafik und die ist jetzt erste Klasse.

Ich kann dir Diablo 2: Resurrected empfehlen, wenn du Lust auf etwas Nostalgie hast. Leider wirst du schnell bemerken, wie gut Diablo 2 eigentlich war und wie schlecht Diablo 3 geworden ist. Runen, Runenwörter, Kombinationen im Würfel usw. das sind alles großartige Dinge gewesen. Den Talentbaum zähle ich nicht dazu, weil man im Grunde trotzdem immer die gleichen Sachen verwendet. Da ist das System von Diablo 3 meiner Meinung nach, einfach besser.

Wenn du ein noch besseres Spiel erleben möchtest, schaue dir unbedingt einmal Last Epoch an. Es macht viele Dinge besser und siedelt sich in der Komplexität zwischen Diablo 2 und Path of Exile. Also unbedingt anschauen, wenn dir die Art von Spiel gefällt. Einen Beitrag von mir zu Last Epoch, findest du hier.

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Kevin Pliester © 2016-heute