Die Konzerne und das Sterben von Spielen

Rey und Kylo treten sich gegenüber (Quelle: ea.com)
Rey und Kylo treten sich gegenüber (Quelle: ea.com)

EA (Electronic Arts) hat es wirklich nicht leicht. Man möchte ein funktionierendes Unternehmen sein und hat auch viel Gewinn im Sinne. Da gibt es die Konkurrenz, Ubisoft, die im Grunde genau so dasteht. Man veröffentlicht Spiele, die voll darauf ausgelegt sind, Geld zu verdienen. Man kopiert hier ein paar Assets, erfindet eine kleine Neuerung und voilà, hat man ein neues Spiel auf dem Markt. Jetzt muss man nur mit dem Inhalt, der da ist, auch noch Geld verdienen, also packen wir einen Shop mit in das Spiel. Die Standardklamotten machen wir möglichst hässlich, damit die Spieler auch gewillt sind, cool auszusehen. Klappt auch im echten Leben, mit den Klamotten.

Das ist alles cool, wenn es nur dabei bleiben würde. Häufig wandern aber auch Vorteile im Shop, wie in Diablo Immortal, oder bleiben wir bei Electronic Arts, wie bei Star Wars Battlefront II. Um dieses Spiel soll es nämlich heute gehen. Ein Spiel, welches inzwischen wirklich gut ist, sich aber kaum spielen lässt, weil es keiner mehr spielt. Da hat auch das kostenlose, exklusive Angebot auf Epic Games nichts gebracht. Die Spielmodi sind leer, zumindest fast alle. Man bietet Spiele also kostenlos an, macht aber keine Werbung und bietet auch keinen neuen Inhalt, um eventuell neue Spieler zu gewinnen. Nein. Stattdessen bietet man ein Spiel kostenlos an und lässt die 3 bis 4 Server, die das Spiel am Laufen halten, dahinschmoren, weil sie mit dem Ansturm nicht zurechtkommen. Also springen die Spieler wieder ab und die Server sind leer. Ausgezeichnet. Immerhin brennt uns der alte Serverraum nicht nieder und wir konnten ein bisschen positive Energie sammeln, weil wir das Spiel kostenlos angeboten haben.

Das trifft auf so ziemlich jedes Online-Spiel von Electronic Arts zu. Aber auch Ubisoft hat das Problem, wobei sie zumindest ein wenig versuchen, die Spieler bei Laune zu halten. Funktioniert auch relativ gut, trotzdem muss man sich mit leeren Lobbys zufriedengeben, denn Werbung wird schon lange nicht mehr gemacht. Wer weiß denn bitte schon, dass sich seit Release von The Division 2 einiges getan hat? Die anderen Klassen sind verfügbar, es gibt neue Aufgaben, die DLCs und auch regelmäßige Events. Die Events lassen zwar langsam nach, aber da ist zumindest etwas passiert. Wissen tut das aber keiner. Schade.

Mit Battlefield 2042 sieht das jetzt auch so aus. Man versucht mit Updates zumindest wieder ein wenig zu zeigen, dass man eigentlich die Zielgruppe im Sinn hat. Wer will schon mit seinem Spiel Geld verdienen? Die großen Konzerne sicherlich nicht. Es ist alles, immer, für die Spieler.

Ein weiteres großes Problem ist das Matchmaking. Es ist anscheinend unlösbar, das Problem. In der Regel haben wir alle ein Level oder einen Rank. Also, man hat schon eine Zahl in der Datenbank gespeichert. Man könnte jetzt für das Matchmaking sagen, dass man immer +/- 5 macht. Findet sich niemand, dann +/- 10 und so weiter. Das ist doch nicht so schwer. Doch was haben wir in der Realität? Im Beispiel von Chivalry 2 ist man dann in der Anfängerlobby, also es gibt bewusst einen Modus für Anfänger, wo dann mehr Bots sind, damit man häufiger ein Erfolgserlebnis hat. Doch auch hier wandern dann Spieler mit der Stufe 200 oder mehr in der Lobby. Entweder die Spiele werden nicht mehr gespielt, oder man hat hier einfach kein Matchmaking eingebaut. Eins von beiden trifft sicherlich zu, aber nichts davon ist gut. Leider ist das ein Problem, welches fast überall zu finden ist. Aktuell kenne ich von den mir gespielten Spielen nur ein Spiel, wo das einigermaßen gut funktioniert: Magic The Gathering. Dort spielt man in der Regel gegen Spieler, die auf einem Level sind, oder eben etwas stärker, damit man wieder neu in die Rangliste geordnet wird. Das funktioniert super. Aber auch nur hier, warum auch immer.

Man darf sich eigentlich nicht wundern, warum alles vor die Hunde geht. Die Zeiten, in denen man ein Spiel gekauft hat und damit zufrieden ist, sind vorbei. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber warum denn nur Ausnahmen? Muss man sich jetzt indirekt bei der Generation Smartphone-Spieler bedanken, weil es dort selbstverständlich ist, dass Spiele Pay2Win sind? Ich weiß es nicht, es macht nur etwas traurig und wirkliche Alternativen gibt es nicht. Ich habe jetzt mit dem Bassspielen angefangen. Mal sehen, wie viel man hier enttäuscht wird. Bisher scheint es mir aber so, als wäre in der Musikbranche, zumindest wenn man selbst nur ein wenig spielen will, etwas besser dran – auch wenn die heutige Musik wirklicher Mist ist. Wie oft man im Autoradio irgendwelche Cover hört. Schrecklich. Wird Zeit, die Zügel, selbst in die Hand zu nehmen und die Welt zu verbessern. Oder aber auch nicht.