Wir brauchen eine Fortsetzung von Mittelerde: Schatten des Krieges

Schatten des Krieges: Talion mit Blick auf eine Festung
Schatten des Krieges: Talion mit Blick auf eine Festung (Quelle: igdb.com)

Im Grunde könnte ich den Beitrag direkt beenden, wenn ich schreiben würde: Es muss eine Fortsetzung her, weil Mittelerde: Schatten des Krieges Spaß gemacht hat. Aber das wäre ja zu einfach. Stattdessen schreibe ich, warum mir die Vorgänger gefallen und was ich mir für einen Nachfolger wünschen würde.

Fangen wir einfach mal mit dem Offensichtlichen an: Es ist Herr der Ringe. Meiner Meinung nach kann es von diesem Franchise nicht genug geben und leider gibt es auch nicht sehr viel Gutes zu Herr der Ringe. Beliebt sind hier vorwiegend Herr der Ringe Online, die Schlacht um Mittelerde und Mittelerde: Schatten des Krieges sowie der Vorgänger Mittelerde: Mordors Schatten.

Mittelerde: Schatten des Krieges hat zu Beginn vieles falsch gemacht. Dazu zählt natürlich der Ingame-Store, der aufgrund von Pay2Win-Elementen stark in der Kritik stand und deshalb auch wieder herausgenommen wurde. An mehr kann man eigentlich nicht denken, wenn man über die negativen Aspekte des Spiels denken soll.

Mir hat das Spiel Spaß gemacht, weil es sich so gut angefühlt hat. Das Spiel hat mir ein Gefühl von Stärke verliehen, was nur wenige Spiele schaffen und die meisten Spiele aufgrund von Stufenanpassungen auch irgendwo unterbinden. In Schatten des Krieges konnte ich mit zwei Tasten dafür sorgen, dass ein Uruk in seine Einzelteile zerteilt wurde, einfach, weil Talion so unglaublich viel Kraft hat, dank Celebrimbor, einem Elfengeist, der in unserem Körper wohnt.

Talion, wie er gegen einen Uruk kämpft
Talion fühlt sich stark an und die Uruks sehen stark aus (Quelle: igdb.com)

In Mittelerde: Schatten des Krieges schmieden wir sogar unseren eigenen Ring, der uns einfach die Kontrolle über Uruk-Armeen verschafft, weil wir sie damit auf unsere Seite ziehen. Weil das nicht genug ist, können wir Festungen erobern, Drachen reiten und dank Nemesis-System, auch einzigartige Momente schaffen. Das Nemesis-System ist etwas, was jedes Spiel braucht, denke ich. Wenn uns ein Feind zur Strecke bringt, wird der Feind aufsteigen. Er ist dann stärker und mächtiger, hat seine eigene Persönlichkeit und mit etwas Pech, kommt der auch immer wieder, selbst wenn wir ihn getötet haben. Dann steht der vor uns mit Roboterbeinen, weil wir ihn das letzte Mal, wie Darth Maul, in zwei geteilt haben. Das ist einfach nur cool. Das System kann man in so ziemlich jedes Spiel packen und es würde jedes Spiel ziemlich aufwerten. Stell dir das mal in einem Assassin's Creed vor? Das wäre doch super.

Ein weiterer Punkt ist für mich die Spielwelt. Klar bin ich hier etwas voreingenommen, weil ich ein Herr der Ringe Fan bin, trotzdem sieht die wirklich cool aus. Wenn da schon von Weitem ein Turm zu sehen ist, der von der Sonne angestrahlt wird, sieht das einfach super aus. Solche kleinen Spielereien nutzt aktuell auch Elden Ring und das funktioniert hervorragend. Wenn es das Ganze jetzt noch im Auenland, oder in den Bergen der Zwerge geben wird, oder direkt in den Minen von Moria, mit den hohen Säulen und Lichteinbrüchen. Man wäre das cool.

Es stört in Schatten des Krieges nicht einmal, dass es keine richtige offene Spielwelt gibt. Die Areale sind groß genug und man möchte einfach alles erledigen, egal, wie viele Punkte auf der Karte sind, weil sie einem immer etwas bringen. Dazu erzählen manche Sachen sogar noch ihre eigenen Geschichten. Zum Beispiel sammelt man alte gondorianische Artefakte und wird im Anschluss darüber aufgeklärt, was man da eigentlich gefunden hat und warum die Gondorianer es so wichtig fanden. So etwas finde ich cool, auch wenn es am Ende des Tages nur eine öde Sammelaufgabe war. Ubisoft schafft das nicht. Die packen dir dann die Karte voll mit irgendwelchen Sammelgegenständen, einfach damit sie da sind. Eine Geschichte dahinter, warum ein fliegendes Blattpapier gerade auf diesem Dach gewandert ist, gibt es nicht. Hauptsache, man hat irgendetwas auf die Karte packen können. Hier ist weniger, manchmal mehr und wenn es mehr sein soll, dann soll es irgendwie eine kleine Geschichte erzählen.

Kommen wir mal zu Talion, dem Charakter, den wir spielen. Den Talion ist kein Held. Er ist ein Waldläufer vom Schwarzen Tor, einer der seine Familie verloren hat. Er wurde sogar selbst getötet, nur eben nicht so richtig, weil Celebrimbor im Zuge dessen in den Körper wandern musste. Also muss Talion weiterhin in Mittelerde wandeln, obwohl er es nicht will. Er ist an den Geist gebunden, sowie der Geist an Talion gebunden ist. Dem Geist geht nur um Macht und Rache. Er möchte sich an Sauron rächen und nutzt Talion dafür aus. Je weiter man spielt, desto mehr lernt man Celebrimbor kennen und desto mehr Fähigkeiten (von Celebrimbor) schaltet man frei. Jeder investierte Punkt ist spürbar und irgendwie nützlich. Mit dem einen Punkt können wir Caragor reiten und mit dem anderen Punkt sammeln wir Wut, mit der wir unsere Uruk-Feinde besonders elegant in den Uruk-Himmel schicken können.

Ein Uruk mit offenen Armen, der sich wahrscheinlich Talion vorstellt
Die Uruks und ihre Persönlichkeiten sind ein besonderes Highlight (Quelle: igdb.com)

Monolith, die Entwickler des Spiels, haben anscheinend auch gerne Diablo und Pokémon gespielt, denn im Spiel gibt es irgendwie beides. Wir sammeln Ausrüstung und Uruks, manchmal auch Trolle. Beides hat hier Seltenheitsstufen, Merkmale und Werte. Manchmal sieht man einen coole Uruk und will ihn einfach in seinem Team haben. Also rekrutieren (versklaven) wir ihn einfach. Wir können ihn sogar mit auf unsere Reise nehmen, in dem wir ihn einfach rufen. Die Ausrüstung, die wir finden, haben auch einzelne Eigenschaften und zum Teil besondere Werte. Es gibt sogar Sets. Besonders cool ist es, dass man die auch am Charakter sieht. Hier gibt es keine Skins. Wenn wir die Rüstung von Celebrimbor tragen, dann tragen wir die auch. Einzig in den Zwischensequenzen, tragen wir die Startausrüstung, weil es vorproduzierte Videos sind, die lediglich eingeblendet werden.

Es ist auch nicht so, als hätte sich das Spiel nicht verkauft. Genaue Zahlen gibt es keine, aber die Anzahl an positiven Bewertungen auf verschiedenen Plattform geben zumindest eine Richtung an. Monolith muss einfach einen Nachfolger für uns entwickeln. Vielleicht auch einen Nachfolger, in dem wir selbst entscheiden, wen wir spielen. Vielleicht mal keinen Superhelden, mit Geisterkräften. Oder wir spielen auf der anderen Seite, also die Bösen. Das wäre doch auch sehr cool. Vielleicht kann man hier auch etwas von Star Wars: The Old Republic abschauen und ein Moralsystem einbauen. Es gibt viele Dinge, die sehr cool wären. Monolith kann das auch, da bin ich mir sicher.

Falls du dir das Spiel noch nicht angesehen hast, kannst du das mit dem Game Pass von Xbox oder dem PC nachholen. Man kann es aber auch überall erschwinglich kaufen, inkl. der Erweiterungen. Aktuell entwickelt Monolith Productions Wonder Woman. Hier ist noch nicht viel bekannt und ich kann mir ehrlich gesagt auch noch nicht vorstellen, wie das Spiel sein wird. Hier müssen wir einfach noch etwas abwarten.